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Tintenherz: aus dem Buch auf die Bühne
Drei gut besuchte Vorstellungen der Lohnengrin-Jugendgruppe im Dezember in der Mehrzweckhalle
1. Januar 2018
Die Rambacher Mehrzweckhalle verwandelte sich auch in diesem Jahr wieder zwischen dem 15. und dem 17. Dezember in ein Theater. Dieses Mal für „Tintenherz“, ein ganz besonderes Projekt der Lohengrin-Jugendgruppe. In rund anderthalb Jahren hat Teresa Nesselberger mit ihrer Truppe aus 11 bis 15-jährigen Nachwuchsschauspielern das Stück nach dem Erfolgsbuch von Cornelia Funke ausgearbeitet und gestaltet.

Nicht nur das von Annette Meyersen und Luisa Friedgen sehr phantasievoll umgesetzte Bühnenbild machten diese anspruchsvolle Inszenierung zum Erfolg. Vor allem das Schauspieltalent der jungen Akteure, die zum Teil sehr viel Text zu bewältigen hatten, begeisterten die Zuschauer.

Die Erzählerin (Sophie Uhr) entführte die Zuschauer in die spannende Geschichte um den Buchbinder Mortimer, genannt Mo (Emma Hildebrandt), der mit seiner Tochter Meggie (Matilda Molgaard) zu deren Tante Elinor (Maja Buchwaldt) vor den brutalen Handlangern des Bösewichts Capricorn (Christian Giebermann) fliehen muss. Begleitet werden sie von dem Feuerzauberer Staubfinger (Georg Hildebrandt), einem alten Weggefährten von Mortimer, der ihn bei Nacht und Nebel vor der Verfolgung durch „Capricorn“ gewarnt hat.

Capricorn und seine bösen Gehilfen sind „herausgelesene“ Figuren aus dem Buch „Tintenherz“. Durch die besondere Gabe von Mo, er kann beim Vorlesen von Geschichten, die Personen aus den Büchern zum Leben erwecken, wurden diese vor vielen Jahren freigesetzt. Seitdem treiben sie ihr Unwesen. Capricorn sucht und vernichtet alle existierenden Exemplare von „Tintenherz“ um ein „Zurücklesen“ seiner Person in das Buch zu verhindern.

Er selbst besitzt ein letztes Exemplar von „Tintenherz“, mit dem er auch die restlichen bösen Gestalten mit der erzwungenen Hilfe von Mo aus dem Buch entstehen lassen will. Deshalb lässt er Mo verfolgen und kann ihn vorübergehend in seine Gewalt bringen. Wenn das böseste Geschöpf aus dem Buch, der „Schatten“, befreit würde, versänke die Erde in Dunkelheit und Finsternis, was es natürlich zu verhindern gilt.

Der böse Capricorn wird auf der dunklen Seite bestens unterstützt von seinen ihm treu ergebenen Männern, düster und energisch dargestellt von Jakob Giebermann (Basta), Emma Meyersen (Flachnase) und Tim Nissen (Cockerell).

Mo und Meggie suchen und finden den Buchautor von „Tintenherz“, Fenoglio (Johanna Giebermann), der mit seinem Enkel Pippo (Max Giebermann) in einem kleinen Dorf in der Nähe von Capricorns düsterer Welt lebt und hoffen auf Unterstützung von ihm.

Leider werden Meggie und Fenoglio von Capricorns Männern dort aufgespürt und in ein Gefängnis gebracht, wo sich aber mit Hilfe des Vorlesers Darius (Louisa Kimpel) herausstellt, dass auch Meggie die „Lesegabe“ ihres Vaters Mortimer geerbt hat und Figuren aus Büchern zum Leben erwecken kann. Dieses Talent nutzt Capricorns Mutter Mortola (Finja Sudheimer) für ihre Zwecke, sie will, dass Meggie die verhängnisvolle Passage aus „Tintenherz“ vorliest, in der der „Schatten“ befreit wird. Mo und Elinor versuchen, Meggie und Fenoglio aus dem Gefängnis zu befreien und werden dabei von Staubfinger und dem arabischen Jungen Farid (Jan Wiescher), der aus „Tausendundeine Nacht“ herausgelesen wurde, tatkräftig unterstützt.

Fenoglio hat schließlich die rettende Idee und schreibt das Ende von „Tintenherz“ heimlich um, so dass Meggies öffentliches Vorlesen derjenigen Textstelle, in der der „Schatten“ herbeigerufen werden soll, einen völlig anderen Verlauf nimmt. Im dramatischen „Showdown“ verschwinden alle bösen Gestalten und Meggies lange verschwundene Mutter Resa (Paula Kimpel), die von Capricorn gefangen gehalten wurde, findet wieder zu ihrer Familie.

Die Geschichte von Cornelia Funke ist kein ganz leichter Stoff, deswegen wurde von den Lohengrinern das Stück ab 8 Jahren empfohlen. Die Tintenherz-Enthusiasten im Publikum kamen gewiss auf ihre Kosten.

Es war für die gesamte Mannschaft auf und hinter der Bühne eine spannende Herausforderung, die häufigen Szenen und Kulissenwechsel schnell und teilweise auf offener Szene zu bewerkstelligen. Regisseurin Teresa Nesselberger wurde hier von Patrizia Harsch und Clarissa Gröschen unterstützt. Im Souffleusenkasten hatte Hannah Knab die beste Aussicht. Die Schulturnhalle musste bereits ab Donnerstag in ein Theater verwandelt werden, was dank Zustimmung der Adolf Reichwein-Schule sowie der betroffenen Sportvereine möglich war.

Nach drei gut besuchten Vorstellungen und einem begeisterten Publikum fiel am Sonntag der letzte Vorhang und die Mehrzweckhalle wurde noch bis in die Nacht wieder in eine Schulturnhalle zurückgebaut.

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