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Der Verein
Die Jahre 1933-1977
Über den 2. Weltkrieg zur Wiederaufnahme
Am 1. Osterfeiertag 1933 wird der 6-Akter „Solang dein Mütterlein noch lebt“ in Rambach aufgeführt und kurz darauf noch einmal in Sonnenberg.

Die dunklen Jahre des 3. Reiches greifen auch in das Vereinsgeschehen ein. Am 1. Juli 1933 findet eine außerordentliche Generalversammlung statt. Einziger Tagesordnungspunkt ist die „Gleichschaltung“ der Gesellschaft. Hier der Wortlaut des Protokolls, man darf davon ausgehen, dass dieser Text das Ergebnis einer nicht ganz freiwilligen Formulierung ist:

„Mitglied Heidecker erklärt den Anwesenden den Zweck der Gleichschaltung in einem Geiste Adolf Hitlers. Willy Heuser beleuchtet nochmals eingehend unsere Ziele auf kulturellem Wege und hofft auch in Zukunft in diesem Sinne an ein Weitergedeihen, zum Wohle des Volksganzen, in einem Geiste wie es unser Reichskanzler, Adolf Hitler, wünscht.“

In der Folge tritt der gesamt Vorstand geschlossen zurück und wird neu gewählt. Willy Heuser übernimmt den Vorsitz und führt den Verein bis 1937. Die Gründe sind nicht erkennbar, aber es finden aufgrund der „widrigen Umstände“ bis zum Jahr 1948 keine Theateraufführungen mehr statt.



Auf Antrag wird von der amerikanischen Militärregierung der Verein lizenziert, kann also seiner Vereinstätigkeit weiter nachgehen.



Im Jahr 1948 wird wiederum über den Fortbestand des Vereins beschlossen. Auf Antrag wird von der amerikanischen Militärregierung der Verein lizenziert, kann also seiner Vereinstätigkeit weiter nachgehen. Nach der Währungsreform wird der Beitrag auf 0,30 Mark festgesetzt.

Die erste Theaterproduktion kommt am 19. März 1950 auf die Bühne. „Die spanische Fliege“ wird erst in Rambach und Ende April nochmals in Sonnenberg aufgeführt. 1951 folgt das Heimatspiel „Heimatliebe – Heimaterde“. Der Eintritt beträgt 1 Mark.

Der Spielbetrieb nimmt nun kontinuierlich zu. 1952 wird der Schwank „Meine Frau – deine Frau“ mit großem Erfolg zweimal aufgeführt. Paul Rudolphy, in diesem Jahr (2007) leider verstorben, stößt zu der Spielergruppe und bringt sich als Spielleiter auch im Vorstand ein. Es ist in Berichten und auch in der Chronik zum 75-jährigen Jubiläum nachzulesen, dass er als hervorragender Schauspieler viel zum Erfolg der Produktionen beitrug.

Ebenso waren viele weitere Rambacher in diesen Jahren auf der Lohengrin-Bühne, nachfolgend eine Liste, von der man befürchten muss, dass sie unvollständig ist: Anita Becker, Hilde Bibo, Anita Brandt, Erika Keutmann, Käthe Merck, Anneliese Möbus, Zilli Pfaff, Erika Preiß, Anni Rudolphy, Gertrud Schneider, Maria Tesky, Else Will, Ursula Weinreich, Horst Becker, Karl Braun, Adolf Diefenbach, Walter Fischer, Karl Göbel, Otto Heuser, Willy Heuser, Erich Klöckner, Herbert Möbus, Paul Rudolphy, Nikolaus Schaff, Hans Schauß, Karl-Heinz Schauß, Hermann Schneider, Oswald Smentek, Willi Stein, Heinz Steinle, Edwin Vef, Anton Weinreich, Paul Weyell, Karl Wiesenborn

1953 wurde „Die Mühle im Schwarzwald“ mit 3 Aufführungen ein großer Erfolg. Auf Einladung der DRK-Ortsgruppe Sonnenberg-Rambach wurde zu deren 25-jährigem Jubiläum 1955 der Einakter „Eine fidele Gerichtssitzung“ aufgeführt. Als am 8.10.1955 die „Interessengemeinschaft der Ortsvereine Rambach“, der heutige „Vereinsring Wiesbaden-Rambach“ gegründet wurde, war die Gesellschaft Lohengrin von der ersten Stunde an mit dabei.



Das 50-jährige Jubiläum wurde am 20. und 21. April 1957 gebührend gefeiert.



Das 50-jährige Jubiläum wurde am 20. und 21. April 1957 gebührend gefeiert. Zur Aufführung kam „Das Mädel vom Neckarstrand“, eine Operette in 3 Akten, die zu dieser Zeit eine der aufwändigsten Produktionen der Lohengriner war. Gespielt wurde im Saalbau „Zum Taunus“, die Kulissen und die Dekoration waren sehr professionell!

1958 kam die „Familie Hannemann“ zweimal zur Aufführung, Am 8. November 1959 wurden im Rahmen eines großen Theaterabends das Singspiel „Ännchen von Tharau“ in 3 Akten und noch zusätzlich der Einakter „Gut gefüttert“ aufgeführt. Das muss wahrhaftig ein langer Theaterabend gewesen sein!

Dann jedoch geschah etwas, was man von einem derart erfolgreichen und aktiven Verein niemals vermutet hätte: der Spielbetrieb stagnierte und kam dann vollends zum Erliegen. Was war geschehen? Die Protokolle sprechen von „personellen Gründen“. Die letzte begonnene Produktion, die Erfolgskomödie „Pension Schöller“ kam nie mehr zur Aufführung. Die Proben zogen sich hin, die Besetzung sowie die Spielleitung wechselten mehrfach, die Spielergruppe zerfiel.

Dazu kam, dass der Saalbau „Zum Taunus“ geschlossen wurden musste: die baupolizeilichen Anforderungen für öffentliche Gebäude konnten nicht mehr erfüllt werden. Damit stand die letzte nach dem Krieg noch verbliebene räumlich geeignete Spielstätte nicht mehr zur Verfügung. Nach einer letzten Aufführung am 9. Dezember 1961 „Der geplatzte Strohwitwer“, gab es keine weiteren Theaterabende mehr. Es fehlte sicherlich der „Nachwuchs“ in der Spielergruppe. Fernsehen, Kino und die zunehmende Mobilität der Menschen, jederzeit in „die Stadt“ fahren zu können und Unterhaltung mühelos konsumieren zu können, dies waren zu dieser Zeit Probleme.



In den Jahren nach 1961 fiel der Verein in einen Dornröschenschlaf.



In den Jahren nach 1961 fiel der Verein in einen Dornröschenschlaf. Die Mitglieder und der Vorstand blieben erhalten, die jährlichen Wanderungen, Ausflüge und kleine gesellige Veranstaltungen auch. Die Vorstellung, irgendwann jedoch wieder einmal Theater zu spielen, verblasste mehr und mehr. Ein letzter Schlag kam 1966, als der Eigentümer des Saalbaues „Zum Taunus“ die Lohengriner aufforderte, das Kulissenlager zu räumen. Das gesamte Material wurde verbrannt und damit auch viele Erinnerungen. Ein symbolischer Ruin für den Theaterbetrieb.

Über 16 Jahre blieb dieser Zustand erhalten, unbefriedigend, jedoch stabil. Es kamen sogar neue Mitglieder dazu: die Ausflüge mit Reisebussen zu interessanten Zielen mit gemütlicher Schlussrast, meistens mit Tanz und Unterhaltung, entfalteten auch eine gewisse Zugkraft.

Das 70-jährige Vereinsjubiläum 1977 wurde mit einem Festabend in der neu eröffneten Mehrzweckhalle in Rambach begangen. Mitglieder der Gesellschaft Lohengrin hatten bei der Errichtung des Anbaues an die Turnhalle geholfen. Es wirkten allerlei befreundete Vereine mit, die guten Kontakte des Lohengrin-Vorsitzenden Adolf Diefenbach zu den Musikfreunden Naurod und der Rambacher Sängervereinigung sorgten für einen würdigen Rahmen. Die Ehrung von langjährigen Mitgliedern und der anschließende Tanz mit der Kapelle Günther Becker ließen ein wenig vom Glanz der alten Zeiten erahnen.

Der Verein selbst konnte zu dieser Veranstaltung noch keinen eigenen künstlerischen Beitrag liefern. Zu dieser Zeit liefen jedoch bereits die Proben für eine Wiederaufnahme des Spielbetriebes.


» Die Jahre 1978 bis 2007